Campingplatz Rio Jara in Tarifa & der Kitespot im Januar / Februar

Dieses Frühjahr, genauer gesagt 3 Wochen im Januar und Februar, verbringen wir in Tarifa. Wir haben lange überlegt, wo es denn noch ein wenig warm sein kann und wo man noch mit dem Womo hinfahren kann. Und natürlich muss ein guter Kitespot da sein, denn das ist ja entscheidend.

Die südlichste Spitze Europas – Tarifa – kam uns da in den Sinn. Tarifa ist ja auch bekannt als ein sehr windiger Ort und milde Temperaturen im Januar/Februar. Es sind nur 15km Wasserlinie nach Afrika, wo man auch rüberschauen kann. Irgendwie kennt wohl jeder Surfer und Kiter Tarifa – im Sommer sagt man ist es hier hoffnungslos überfüllt, im Winter jedoch recht leer aber trotzdem angenehm. So hofften wir auf 60% Windwahrscheinlichkeit über 4bft und Temperaturen über 16 Grad, sogar bis über 20 Grad. Selbst nachts soll es nicht unter 12 Grad fallen. Das Wasser des Atlantik hat im Winter 14-16 Grad. Alles zusammen also ein wenig so wie ein deutscher Sommer.

Leider war es die ganzen 3 Wochen empfindlich kalt. Man hätte Handschuhe, Schuhe und vielleicht sogar eine Haube gebraucht. Das hatten wir uns definitv anders erhofft. Ein Dauercamper sagte, es ist der kälteste Winter seit 15 Jahren. Tja, irgendwie verfolgen uns solche Aussagen; Sasibar war es der windloseste Abschnitt seit X Jahren, Hamata auch, usw. Keine Ahnung was man davon halten soll – vermutlich ist es einfach noch recht kühl da unten im Januar / Februar.

Unser erstes Ziel ist der Camping Rio Jara. Das ist gleich der erste Campingplatz wenn man von Tarifa kommt. Wir haben den gewählt wegen einiger Vorteile.

Leider haben wir vergessen ein Video vom Platz zu machen, gibt nur ein kurzes im Regen. Links noch alles leer. Generell war nicht viel los auf dem Platz, aber einige waren doch da, darunter auch ein paar Kiter. 4 um genau zu sein.

Dafür haben wir einige Bilder gemacht:

Vorteile Camping Rio Jara

„vom Bett aufs Brett“: man kann direkt vom Platz aus über eine kleine Brücke an den Strand gehen. Dort erwartet einen ein sehr breiter Sandstrand – ähnlich etwa Sankt Peter Ording.

Nah an Tarifa dran: man kann auch mal zu Fuß zum Einkaufen gehen. Der Weg dauert etwa 20 Minuten. Parallel zur Hauptstraße führt ein kleiner Weg. Oder man biegt direkt an dem Bauernhof ab und hat einen Holzweg, der über den Pril am Strand führt. Wir haben mehrfach versucht am Strand direkt nach Tarifa zu gehen, aber auf halbem Weg etwa kommt ein Pril, den man nicht durchqueren kann. Übrigens Top Flat-Water an dem Pril, aber dazu später mehr 🙂

Günstig: Wir haben 21 EUR/Nacht bezahlt für ein Womo, 2 Personen und Hund. Das fanden wir ok. Nach ein paar Tagen gabs dann noch Rabatt.

Brötchenservice: Naja, oder eher Brotservice – morgens gabs auch im Winter immer frisches Brot. Sehr lecker hier das Baguette, für einen Euro.

Ansonsten hervorzuheben sind noch die sauberen Toiletten und Duschen. Die Duschen sind im Preis enthalten und sind schön geräumig. Macht Spaß dort zu duschen. Strom kostet extra, hatten wir aber nicht benötigt wegen einer Solaranlage im Womo.

Hunde sind derzeit erlaubt, es geht das Gerücht um, dass das im Sommer anders ist. Generell ist recht wenig los hier. Immer mal ein paar Plätze frei in der Nachbarschaft. Aber ein wenig Leben ist dann doch und ein paar Kiter sind auch. Insgesamt eher ruhig, aber sehr angenehm.

Vorne hat es eine kleine Bar, da war aber um diese Zeit nicht viel los. Sie war aber immer geöffnet. Dort gibts auch WLAN, im Preis enthalten. Auf dem Platz selbst vor allem Rentner und ein paar „Aussteiger“, die längere Zeit in Tarifa leben. Aber alle superfreundlich und ein tolles Miteinander hier. Wir haben Spanier, Deutsche, Italiener, Holländer, Engländer, Finnen und Schweizer getroffen auf dem Platz.

Der Kitespot direkt am Campingplatz

Wie gesagt, das ist hier ein wenig ein Alleinstellungsmerkmal. Direkt vom Platz aus geht es über eine kleine Brücke über den Rio Jara (ein kleines Flüsschen) zum breiten Sandstrand. Dann noch einige Minuten und man ist am Wasser. Dort erwartet einen bei Poniente (Wind von rechts side-on) eine Kabbelhaufen mit teilweise doch recht großen Wellen. Ganz ganz vorne ist der Strand immer etwas überspült sodass man dort ein wenig glattes Wasser hat. Dann ist es aber auch recht flach und die Zeit ist zu kurz um vernünftig Tricks zu machen. Aber was solls, es ist Januar und man kann bequem im normalen langen Neo fahren. Alles ok.

Die Tide spielt hier eine Rolle, aber man kann nicht sagen, dass bei einem bestimmten Tidenstand perfekte Bedingungen herrschen.

Hier im Video kann man schön das Meer sehen und die Bedingungen ahnen. Aufgenommen in 4K (UHD) mit der Gopro 4 Black.

Ansonsten noch einige Bilder vom Strand:

Der Pril am Strand Los Lances

Halb auf dem Weg nach Tarifa am Strand befindet sich eine kleiner Pril. Da gibts passend zur Windrichtung perfektes Glattwasser und es ist sogar an einigen Stellen tief. Kein Wunder dass da natürlich selbst jetzt im Winter die Wakestyler sind. Kann man aber trotzdem mal machen. Da der Pril aber recht schmal ist, und ich immer doch mal Angst habe den Kite stark zu verlenken wenn ich ausgehakt bin irgendwie nicht so richtig mein Spot. Zumal man sich in eine Art „Schleife“ einreihen muss, damit jeder mal dran kommt.

Der Fluss Rio Jara

Der Camping liegt ja am Fluss und auch dort ist direkt neben dem Campingplatz ein günstig gelegener Flussabschnitt. Der Wind kommt über eine Böschung und dahinter perfektes Flat. Leider hält sich hier das Gerücht, dass es empfindliche Strafen von bis zu 2500 EUR kostet, wenn einen die Polizei da kitend erwischt. Es ist nämlich verboten. Ich überlege noch immer, es trotzdem mal zu wagen. Sieht wirklich perfekt aus. Und ich habe in vielen Videos von Tarifa da schon Aufnahmen gesehen, wo auch mehrere Leute drin kiten. Nach ein paar Tagen auf dem Platz hab ich es dann gewagt. War ok. In der Absprungzone etwas über hüfttief und weicher Untergrund, also eigentlich perfekt. Würde da nicht so ein großer Stock im Wasser liegen ungefähr da wo man landet. Bei niedrigem Wasser hat man den noch gesehen einge Tage später nicht mehr, aber da war er trotzdem. Irgendwas ist ja immer 🙂

Ein Video haben wir auch gemacht, wieder in Ultra-HD. Dort sieht man den Spot sehr gut.

Oder auch einige wenige Bilder:

Fazit

Ich hoffe, dieser kleine Bericht hat euch gefallen, bei Fragen einfach unten einen Kommentar hinterlassen.

Kleines Fazit noch: Besser ab ins Flugzeug und ins warme fliegen im Januar/Februar. Das werden wir die nächsten Jahre auch wieder so machen. Einfach noch zu kalt um diese Jahreszeit in Spanien.

Ansonsten aber ist der Platz echt super und Tarifa sehr schön. Unser Standardspruch war: „Hier ist es im Sommer bestimmt sehr schön“ 🙂 Und man kann sich sehr gut vorstellen, WIE toll das im Sommer dort sein muss. Wenn alles geöffnet ist und man abends draußen sitzen kann … sicher ein ganz besonderer Ort.

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