Mit dem Womo in Tarifa – Stellplätze und Camping

Hier noch die Erfahrungen zum Stehen mit dem Womo in Tarifa. Im Vorwege hatte ich viel gelesen, vor allem über frei Stehen und welcher Campingplatz denn nun der beste sei. Vor Ort sah die Lage ein wenig anders aus, und jeder muss es sich selbst nochmal anschauen. Ich berichte hier nur von meinen Erfahrungen.

Generell frei stehen im Ausland

Muss man sich überlegen. Schon auf der Fahrt durch Frankreich und Spanien bekommt man ein Gefühl dafür, dass man nicht mehr in Deutschland ist. Ist alles gefährlich? Weiss ich nicht. Jedoch ist das Übernachten an der Straße oder auf einem ungesicherten Parkplatz definitv anders als bei uns. Man achtet automatisch auf die anderen Leute, schliesst immer brav ab und guckt, wer da noch so rum läuft.

So sind wir auch auf dem Weg nach Tarifa immer schön nachts abgefahren und haben uns einen Parkplatz in einem Wohngebiet in einer Stadt gesucht. Auf Autobahnraststätten sollte man besser nicht parken, da gibts auch sehr viele Geschichten drüber. Am gefürchtetsten ist wohl die Sache, wo nachts Gas in den Innenraum geleitet wird und man ohnmächtig wird.. War uns alles zu unsicher. Fahrt einfach da mal nachts rauf zwischen die ganzen LKWs und überlegt, ob man da ruhig schläft. Wir nicht. Also immer von der Bahn runter und ins Wohngebiet. Da haben wir uns recht sicher gefühlt.

Frei stehen in Tarifa: Schweinewiese vor Valdevaqueros

Ob nur geduldet oder nicht erlaubt konnte ich nicht richtig erkennen. In jedem Fall kann man auf der sogenannten Schweinewiese vor Valdevaqueros stehen. Sehr gemischtes Völkchen dort, nicht nur Surfer, auch Leute die da einfach so stehen. Freilaufende Hunde (jemand auf unserem Platz hat von freilaufenden Kampfhunden erzählt, die seinen Hund angefallen haben) … keine Ahnung. Wir sind leider nicht ganz hin gekommen, denn der Weg dorthin ist dermaßen matschig und unbefestigt, dass es irgendwann nicht mehr weiterging. Woanders steht auch, bei Regen kommt man nicht hin und nicht weg. Das kann ich definitiv bestätigen. Ansonsten viel Schrott der da so rumliegt, Autos die sicher schon lange nicht mehr fahren, zurechtgezimmerte Wellblechbuden – aber direkt am Strand. Wir sind dann wieder auf den Platz zurück. Letztlich war auch entscheidend, dass es nachts sehr kalt war und ich die warme Dusche auf dem Campingplatz Rio Jara nicht missen wollte. Und natürlich dass das Kiten bei Poniente (Westwind) an der Düne da oben nicht ideal sein soll.

Sandstraße vor Valdevaqueros

Direkt davor ist noch eine lange Strandstraße, da standen sehr viele Womos. Schön befestigt und das sah richtig gut aus. Das findet ihr, wenn ihr hin fahrt – einfach eine der wenigen Abfahrten zum Strand runter abklappern. Da waren auch viele Kiter und Surfer. Da wären wir auch nochmal hingefahren. Wenn der Wind nicht auf Ost (Levante) gedreht hätte und es nicht ständig geregnet hätte. Da ists auf dem Platz doch netter.

Parkplatz am Valdevaqueros

Und dann ist das noch der Platz direkt am Spot Valdevaqueros. Da kann man schön frei stehen. Gemischtes Publikum, viele Spanier, aber auch sonstige Weltenbummler. Frei laufende Hunde usw. Natürlich bezaubernd, weil direkt am Strand und man kann schön Gassi gehen mit dem Hund. Die letzte Woche war Levante (sehr starker, ablandiger Ostwind), dort kann man da noch kiten, weil man mit etwas Glück noch die Düne am Ende erwischt, falls man Probleme hat. Irgendwie gefiel es Kristin nicht, also sind wir weiter. Der Wind war auch eh viel zu stark, 40kn aufwärts.

Bilder vom Spot Valdevaqueros bei Levante:

Ausweichspot bei zuviel Levante: Palmones

Weiter also dann zum Spot Palmones. Der Ausweichspot bei zu starkem Levante. Also wenn Valdevaqueros nicht mehr geht. Der liegt in der Bucht zum Felsen von Gibraltar und am Mittelmeer. Es ist ein Industriehafen. Auch dort war der Wind leider sehr stark und recht böig – sah nicht so verlockend aus. Aber dort standen wir erstklassig direkt in erster Reihe vorm Spot. Das war ein toller Platz. Im Grunde ein öffentlicher Parkplatz auch für unser 6m Kastenwagen passend – und kostenlos. Soweit ich das recherchiert habe, darf man in Spanien grundsätzlich im Auto/Womo übernachten. Übrigens auch hier ab 17h alles wie ausgestorben. Vorher kann man nett Tapas essen in der Fussgängerzone.

Rundumblick in Palmones bei starkem Levante:

Blick auf Palmones mit Kitern:

Bilder von Palmones:

Campingplätze

Da gibts ja so einige. Wir haben uns für den Camping Rio Jara entschieden. Die anderen sind wir mal kurz angefahren, rein optisch sind andere im Sommer vielleicht netter, aber auf dem Rio Jara waren ein paar Deutsche und vor allem konnte man direkt vom Platz aus kiten gehen. Das war wichtig. Auch der Flatwater-Spot im Flussdelta Rio Jara hat mich gelockt. Ein Nachteil könnte im Sommer der fehlende Schutz durch Bäume sein. Aber im Winter kein Problem.

Auch nett sah der Camping Torre de la Peña aus, dort kann man schön unter Pinien stehen und auch direkt zum Strand runter. Es sind aber ein paar Steine im Wasser, deswegen muss man ein paar Meter laufen. Da war auch eigentlich kaum was los.

Fragen? Bitte Kommentar hinterlassen, wir antworten gerne.

3 thoughts on “Mit dem Womo in Tarifa – Stellplätze und Camping”

  1. Campingplatz Rio Jara ist der unbeliebteste, der Besitzer zeigt regelmäßig die Wohnmobilisten auf den Parkplätzen an, damit sie vertrieben werden und sie auf die Campingplätze ausweichen.
    Ich lebe hier.

    1. Nach Europäischem Recht darf man eine Nacht, zur Herstellung seiner Fahrtüchtigkeit, mit dem Wohnmobil übernachten. Das wird überwiegend kontrolliert, nur in Tarifa wird es lockerer gesehn vor allem im Winter. in der Saison macht vor allem die Umweltbehörde Stress. die Schweinewiese ist teilweise privat und dort leben auch Menschen dauerhaft mit dem verbundenen Chaos, hab selber dort ein halbes Jahr gelebt. Sie wird einmal im Jahr kurz vor der Saison geräumt, dieses Jahr am Anfang April. Auf den Parkplätzen darf offiziell nicht übernachtet werden.

  2. Danke für den ans sonsten schönen Bericht.
    Aber es ist ein Ammenmärchen das man in Spanien einfach irgend wo stehen darf.
    Nein man darf auch dort wie sonst fast überall in Europa nur auf Parkplätzen direkt an Druchfahrtsstraßen eine Nacht übernachten wie oben gesagt zur Herstellung der Fahrtüchtigkeit.

    Das kann gerade in Spainine richtig Teuer weden bis zu 300 Euro.

    Es gibt viele die sich da drüber aufregen das es zu wenig kontrolliert wird. Aber wenn das noch mehr zu einer Plage wird als Dieses Jahr dann werden sicher wieder mehr Kontrollen durchgeführt.

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